Luft- und Raumfahrttechnik

Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist wichtiger Bestandteil der deutschen Wirtschaft. Nach dem 2. Weltkrieg musste Deutschland seine Lufthoheit erst einmal wiedererlangen. Im Jahr 1955 gründete man die Bundeswehr, im Jahr 1970 das Unternehmen Airbus. Im Jahr 1972 wurde der erste Airbus ausgeliefert und zu diesem Zeitpunkt fanden sich etwa 56.000 Angestellte in der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Die Industrie ist seit vielen Jahren von enormem Wachstum geprägt: Mittlerweile erwirtschaftet die Industrie jährlich Umsätze von 30,6 Milliarden Euro, im Jahr 2013 waren 5000 neue Arbeitsplätze zu verzeichnen. Die Branche ist für den Jobmarkt und die Wirtschaft von großer Bedeutung, in den letzten Jahren hat sich der Anteil der in dieser Industrie beschäftigten Arbeitnehmer verdoppelt, die Umsätze haben sich zudem um das 16-fache gesteigert.

Luft- und Raumfahrttechnik

Forschung und wichtige Sektoren

Der Forschungsaspekt ist zentraler Bestandteil der deutschen Luft- und Raumfahrttechnik. Etwa 17% des Umsatzes werden von den Firmen in innovative Entwicklungen und Forschungen investiert, auch die Bundesregierung subventioniert den Forschungssektor mit jährlich etwa einer Milliarde Euro.

Ziel der Bundesregierung ist es dabei, den deutschen Unternehmen wettbewerbsfähigkeit zu ermöglichen. Unterstützt werden vor allem Bereiche mit dem Schwerpunkt Klimaschutz. Insgesamt ist die Industrie aber in vielen Sektoren von zentraler Bedeutung, sie umfasst bereiche der Wirschafts-, Sicherheits-, Klima- sowie Umweltpolitik und beeinflusst ebenfalls die Außen- und Europapolitik Deutschlands.

Airbus in Hamburg

Die norddeutsche Hafenstadt gilt als Zentrum der deutschen Flugzeugherstellung. Der Hersteller Airbus führt hier verschiedene Produktionsbereiche zusammen, so sind in Hamburg beispielsweise diverse Endmontagelinien zu finden. Hier ist der größte Airbus-Standort angesiedelt, rund 12.000 Mitarbeiter sind in Hamburg angestellt.

Luft- und RaumfahrttechnikAn dem Standort werden außerdem Teile des Rumpfes des Airbus A380 gefertigt, die so groß sind, dass sie per Schiff nach Frankreich transportiert werden, um dort montiert zu werden. In dem Werk werden außerdem viele weitere vorgefertigten Bauteile produziert, die aktuell nach Tianjin und zukünftig auch nach Alabama geschickt werden. Diese Bauteile werden streng nach den Vorgaben des Airbus A320 gebaut. Das macht Hamburg zu einem wichtigen Drehkreuz für Endmontagelinien außerhalb Europas.

Nicht nur der Flugzeugbau selbst, sondern auch die Ausstattung der einzelnen Flugzeuge ist von großer Bedeutung. In der Hafenstadt befindet sich das Kompetenz-Zentrum, in dem Ingenieure unterschiedliche Flugzeugkabinen testen und konstruieren. Es geht dabei um Innivation und Kreativität beim Bau des Flugzeuges von morgen: Wichtig sind Leichtbau, Unterhaltungsmöglichkeiten und ansprechendes Design. Der Geschmack der Kundschaft aus aller Welt ist verschieden, entsprechend individuell sind auch die Konzepte, die in Hamburg entwickelt werden. So werden neue Airbus A380 nach Hamburg geschickt und erhalten dort die verschiedenen Kabineneinrichtungen, die mitunter sehr komplex und aufwendig sind: Wasserfälle und Bars sind nur zwei Beispiele für die extravaganten Wünsche der Kunden. Da Airbus über eigene Modelle und Grundrisse verfügt, lassen sich die Details entsprechend anpassen. Jede Kabinenausführung wird außerdem zunächst in den eigenen Hallen getestet, bei diesen Tests werden beispielsweise starke Turbulenzen simmuliert, um sicherzustellen, dass das Kabinenmodell Sicherheit bietet.